Welcher eBook-Store ist der beste?

  • Welcher eBook-Store ist der beste?

    Genaue Zahlen, wie viele eBooks in welchem Shop angeboten werden, gibt es leider nicht, deshalb haben wir stichprobenartig je zehn Einträge der deutschen Bestsellerliste des Spiegels und der US-Bestsellerliste der New York Times in den Shops von Amazon, Tolino und Rakuten (Kobo) gesucht. Das erfreuliche Ergebnis: Sowohl die deutschen als auch die englischen eBooks waren auf allen Plattformen erhältlich.


    Gute Buchauswahl in allen Shops – doch jeder eReader bevorzugt einen anderen

    Auch die Preise sind für deutsche eBooks bei allen Shops identisch, denn auch für eBooks gilt inzwischen die Buchpreisbindung. Bei internationalen Büchern sieht das anders aus, hier unterscheiden sich die Preise zum Teil erheblich. Bei unserer Stichprobe kostete beispielsweise der aktuelle John-Grisham-Roman »The Whistler« bei Hugendubel 18,49 Euro, während es das Buch bei Amazon und Thalia bereits für 11 Euro gab – hier lohnt sich also der Vergleich zwischen verschiedenen Shops.


    Doch das ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick klingt, denn jeder eBook-Reader bevorzugt seinen eigenen Shop. Tolino und Kobo geben sich gegenüber Büchern aus anderen Shops noch relativ aufgeschlossen, beim Kindle muss man dagegen einige Verrenkungen vollführen, um Bücher, die nicht von Amazon stammen, auf dem Kindle lesen zu können. Aber immerhin: es geht.

    Beim Tolino hat man von Haus aus Zugriff auf die Portale von Thalia, Weltbild, Hugendubel oder eBook.de. Die Umsetzung ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig: Während der Reader selbst nur den direkten Kauf bei einem digitalen Buchladen erlaubt, können Tolino-Nutzer über die so genannte Tolino Cloud auch andere Inhalte auf den Tolino übertragen. Dazu müssen zunächst die Partnershops an die Cloud angebunden werden. Das ist zwar in wenigen Klicks erledigt, aber umständlicher, als es sein müsste.

    Bücher von anderen Shops zu lesen ist möglich – aber umständlich

    Bei Amazon und Kobo ist es aber noch komplizierter, Bücher von anderen Shops zu lesen. Beim Kindle hat man nur Zugang zum Amazon eBook-Shop. Will man Bücher aus anderen Shops laden, muss man sie in Amazons eBook-Format konvertieren – was aber oft nicht so einfach ist, denn viele eBooks sind darüber hinaus mit einem Kopierschutz ausgestattet.

    eBook-Formate und Kopierschutz

    Die eBook-Reader von Kobo und Tolino unterstützen das standardisierte eBook-Dateiformat ePub. Das sorgt für Komfort bei der Übertragung von Büchern auf die Geräte: Nicht nur verkaufen viele Shops die Bücher im ePub-Format, auch die diversen Quellen für kostenlose eBooks bieten diese meist als ePub zum Download an. Solche Dateien lassen sich komfortabel per USB-Kabel auf den Reader kopieren und ohne Umschweife lesen.

    Bei den Kindle-Modellen sieht es anders aus: Amazon unterstützt das ePub-Format nicht, sondern setzt auf ein eigenes Dateiformat. Gekaufte Bücher, die mit einem Kopierschutz versehen sind, können daher nicht aus einer Amazon-fremden Quelle auf den Kindle übertragen werden. Bücher ohne Kopierschutz lassen sich hingegen mit der Software Calibre in wenigen Klicks für den Kindle konvertieren.

    Bücher ohne Kopierschutz sind auch erhältlich

    Viele Quellen für kostenlose eBooks, beispielsweise das hervorragende Projekt Gutenberg, bieten die Bücher aber ohnehin nicht nur im ePub-, sondern auch im Kindle-tauglichen MOBI-Dateiformat an. Diese Bücher können dann ohne Umwege auf den Kindle kopiert werden.

    Schwieriger wird es, wenn später der Wechsel zwischen den beiden großen Systemen ansteht. Grundsätzlich ist es mit kleinen Hindernissen möglich, bei Amazon gekaufte Bücher auf einem Tolino oder Kobo zu lesen. Auch der Amazon Kindle kann wie beschrieben mit ePubs-Büchern bestückt werden, sofern diese vorher entsprechend konvertiert werden. Dreh- und Angelpunkt der eBook-Verwaltung ist dabei stets das bereits erwähnte kostenlose Programm Calibre.

    Erfreulicherweise stellen immer mehr eBook-Anbieter mittlerweile auch Bücher ohne Kopierschutz zur Verfügung. Die sind beim Kauf entsprechend gekennzeichnet und lassen sich problemlos für alle Reader aufbereiten. Dennoch ist es nach wie vor nicht ganz trivial, gekaufte Bücher zwischen den verschiedenen Geräten auszutauschen.

    Besonders beim Amazon Kindle ist der spätere Wechsel zum Tolino oder Kobo inklusive der gekauften Bücher schwierig, da Amazon auf einen eigenen Kopierschutz setzt. Wer sich nicht in rechtliche Grauzonen begeben will, muss also entweder einen Kindle als Backup behalten oder seine gekauften Bücher bei Amazon per Lese-Apps auf Smartphone oder Tablet lesen.

    Ausführliche Hintergründe und Informationen rund um das Thema »DRM bei eBooks und wie man damit umgeht« liefert dieser umfangreiche Artikel auf AllesEbook.

    eBooks ausleihen

    Alle eBook-Reader bieten die Möglichkeit, elektronische Bücher nicht nur zu kaufen, sondern auch zu leihen. Die Modelle von Tolino und Kobo unterstützen die so genannte Onleihe. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Plattform von Stadtbibliotheken, bei der Tausende von Bibliotheken teilnehmen. Wer Mitglied in einer teilnehmenden Stadtbücherei ist, kann über die Onleihe eBooks ausleihen und herunterladen. Dazu muss der jeweilige eBook-Reader einmalig registriert werden, zudem ist die Installation von Adobe Digital Editions notwendig, da die geliehenen eBooks mit einem Kopierschutz ausgestattet sind.

    Viele Bibliotheken sind Teil der Plattform Onleihe

    Im Rahmen der Jahresgebühr können die digitalen Bücher dann genauso ausgeliehen werden, wie man es aus der echten Bibliothek kennt, ohne dafür das bequeme Lesesofa zu verlassen. Das Angebot an zu leihenden Büchern ist bei der Onleihe in der Regel größer und vor allem aktueller als das von Amazon.

    Im Gegenzug bietet das Leihsystem aber auch die gleichen Einschränkungen einer echten Leihe! So hat jede Stadtbibliothek nur eine begrenzte Anzahl an digitalen Exemplaren im Sortiment. Bei aktuellen Bestsellern kommt es leicht vor, dass diese gerade ausgeliehen und damit nicht verfügbar sind. Nach der Leihfrist verschwindet das Buch zudem automatisch vom Reader, auch wenn es noch nicht ausgelesen ist. Immerhin wird dadurch keine Mahngebühr fällig.

    Mahngebühren können nicht entstehen

    Amazon geht einen eigenen Weg: Zwar ist es nicht möglich, mit dem Kindle die Onleihe zu nutzen, dafür stehen mit Kindle Unlimited und der Kindle Leihbücherei gleich zwei Leihsysteme zur Wahl. Bei Kindle Unlimited handelt es sich um ein Flatrate-Angebot. Zum Pauschalpreis von rund 10 Euro im Monat können die Nutzer hier bis zu zehn eBooks beliebig lange ausleihen. Das Angebot umfasst dabei rund eine Millionen Bücher, aktuelle Bestseller finden sich aber nur selten. Stattdessen bietet Kindle Unlimited beispielsweise den Zugriff auf viele eBooks, die von im Self-Publishing auf der Kindle-Plattform veröffentlicht wurden. Es gibt aber auch bekannte Namen im Angebot, beispielsweise die komplette Harry-Potter-Reihe.

    Als zweite Möglichkeit erlaubt Amazon allen Nutzern der Versand-Flatrate Amazon Prime einmal im Monat die Leihe eines kostenlosen eBooks aus dem Unlimited-Fundus. Das Amazon-Angebot kann sich qualitativ insgesamt nicht mit der Onleihe messen, im Gegenzug gibt es keine Restriktionen wie künstlich beschränkte Verfügbarkeit von eBooks.

    eBooks weltweit kostenlos herunterladen

    Wem jemals im Strandurlaub, am Flughafen oder beim Wandern der Lesestoff ausgegangen ist, wird zu schätzen wissen, dass es eBook-Reader mit weltweiter Datenflatrate gibt – allerdings bislang ausschließlich bei Amazons Kindle.

    Weltweit kostenlos Bücher herunterladen geht nur mit Amazons Kindle

    Gegen einen Aufpreis von rund 60 Euro bietet Amazon seine Reader als »3G-Variante« an. Pro Tag erlaubt Amazon unabhängig vom Aufenthaltsort Downloads von 25 Megabyte – da die meisten eBooks nur wenige Kilobytes schwer sind, lassen sich damit problemlos massenweise neue Bücher herunterladen. Zusatzkosten fallen dabei nicht an: Nach der einmaligen Zahlung des Aufpreises ist der 3G-Kindle dauerhaft online – ein echtes Alleinstellungsmerkmal von Amazons Kindle.

    Doch auch die Tolino-Familie bietet die Möglichkeit, unterwegs Bücher herunterzuladen. Die eBook-Reader verbinden sich automatisch und ohne Zusatzkosten mit den WLAN-Hotspots der Deutschen Telekom. Da das Hotspot-Netz der Telekom zumindest in Deutschland gut ausgebaut ist, ist das Fehlen des 3G-Moduls bei den Tolinos zumindest in Deutschland daher kein großer Nachteil. Im Ausland dagegen schon. Und beim Kobo Aura fehlt diese Funktion leider komplett.


    Quelle:

    https://www.allesbeste.de/

    Die Freundschaft fließt aus vielen Quellen, am reinsten aber aus Respekt :)<3:!:

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