Hank Green - Ein wirklich erstaunliches Ding

  • Aliens in New York? Erst mal ein Foto!

    Wenn uns das Fremde begegnet, werden wir hysterisch: In Hank Greens Romandebüt spaltet ein Aufmarsch der Außerirdischen unsere Gesellschaft.


    Roland Emmerich hat es uns in "Independent Day" erzählt, Steven Spielberg in "Krieg der Welten", Tim Burton in "Mars Attacks". Was passiert, wenn die Aliens kommen, wissen wir: Es gibt Krieg. Um Ressourcen, um den Planeten, ums Überleben.

    "Wir gegen die" heißt es da immer, das Narrativ lässt keinen Spielraum für Zwischenlösungen. Und deshalb, klar, drückt man der eigenen Spezies immer mehr die Daumen als den außerirdischen Invasoren. Genau so einen Roman hätte Hank Green schreiben können. Gut, dass er das nicht getan hat.

    Vielleicht, weil das irgendwie nichts Neues gewesen wäre. Vielleicht aber auch, weil es ihm in "Ein wirklich erstaunliches Ding", seinem literarischen Debüt, gar nicht um die Außerirdischen geht - obwohl natürlich alles mit ihrer Ankunft beginnt.


    Hank Green

    Hank Green


    Als sich April May (da hat sich Green wohl einen kleinen Witz erlaubt) nach einem zähen Tag aus dem Start-up, in dem sie als Produktdesignerin arbeitet, in die New Yorker Nacht schleppt, steht da plötzlich, mitten auf der 23. Straße, ein über drei Meter großer Transformer in Samurai-Rüstung. Und macht: nichts. Weil man in New York ja nicht unbedingt gleich an eine Alieninvasion denkt, wenn etwas Merkwürdiges passiert, hält sie den Krieger zunächst für eine ziemlich aufwändige Kunstinstallation.


    Green sprengt die Grenzen des Genres

    Und weil natürlich die Maxime "Picture, or it didn't happen" gilt ("Mach ein Foto, sonst ist nie passiert"), ruft sie ihren Kumpel an, einen schlaksigen YouTuber, der eigentlich an seinem Podcast über die besten Sterbeszenen der TV-Geschichte bastelt, und die beiden drehen ein Video für die sozialen Medien. Das geht über Nacht viral. Denn es stellt sich heraus, dass niemand das Aufstellen der Figur gesehen hat, dass Bilder von Überwachungskameras gelöscht wurden, dass neben dem New Yorker Krieger weltweit noch 63 weitere herum stehen.


    Quelle: Spiegel.de

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