Test von neuartiger Therapie ---- Amerikanerin macht Krebs-Patienten Hoffnung

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    Amerikanerin macht Krebs-Patienten Hoffnung

    Eine Amerikanerin erkrankt an Krebs und schließt bereits mit dem Leben ab. Doch dann testen Ärzte an ihr eine Immuntherapie. Sie wird gesund – und zur Hoffnungsträgerin.

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    Sue Scott plante bereits ihre eigene Beerdigung. Ihr Gebärmutterhalskrebs breitete sich rasch aus. Chemo- und Strahlentherapien sowie auch eine Operation hatten allesamt versagt, Metastasen hatten Leber und Darm befallen. Das war im Winter 2013. Heute ist Scott seit bereits fünf Jahren komplett krebsfrei – dank einer Immuntherapie, die damals ihre letzte Hoffnung war.

    Besonders dankbar zeigt sich die Immobilienmaklerin aus der US-Hauptstadt Washington dafür, dass sie eine "Quelle der Hoffnung" für andere Krebspatienten geworden sei. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für die Belange von Krebskranken.

    Gensequenz könnte diverse Krebsarten heilen

    Von der Todgeweihten zur Hoffnungsträgerin ist Scott nicht nur dadurch geworden, dass in ihrem Fall die Immuntherapie erstmals bei Gebärmutterhalskrebs erfolgreich war. Zudem gelang es dem US-Krebsforscher Dr. Christian S. Hinrichs, Experte der Transplantation und Immunologie am Nationalen Krebsinstitut, aus ihrem Körper eine bestimmte Gensequenz zu gewinnen, die einen neuen Ansatz im Kampf gegen diverse Arten von Krebs ermöglicht. In gut einem Jahr will das Nationale Krebsinstitut der USA die Sequenz in klinischen Tests einsetzen.

    Keine Erfolgsgarantie bei Immuntherapie

    Scott hatte in dem Institut vor den Toren der Hauptstadt an einem klinischen Versuch mit der Immuntherapie teilgenommen. Diese Form der Behandlung hat im Kampf gegen den Krebs seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Begriff umfasst verschiedene Methoden, die darauf setzten, die körpereigenen Heilungskräfte zu mobilisieren.

    Im Fall der damals 36-jährigen Scott wurde die sogenannte T-Zell-Methode angewendet. T-Zellen – auch T-Lymphozyten genannt – gehören zum Immunsystem und sind in der Lage, Krebszellen zu zerstören. Die T-Zellen werden dem Körper des Patienten entnommen, im Labor vermehrt und dann dem Patienten in Riesenmengen eingespritzt.


    Die Methode hat allerdings keine Erfolgsgarantie. Im Rahmen des Experiments am US-Krebsinstitut ließ sie neben Scott nur noch eine weitere Frau gesunden, bei 16 anderen schlug sie fehl.

    Signalmarkierungen von Antigenen unterstützen die Behandlung

    Da es aber erstmals gelungen war, Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs mittels der T-Zell-Therapie zu heilen, galt das Experiment als bahnbrechend. Begünstigt wurde der Erfolg dadurch, dass dieser Krebs meist durch die beim Sex übertragenen Humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst wird.

    Denn von diesen Viren erzeugte Krebszellen tragen für die T-Zellen leicht erkennbare Antigene auf ihrer Oberfläche – dabei handelt es sich um eine Art Markierung, die den T-Zellen signalisiert, wo sie zu attackieren haben.

    Bei vielen Krebsarten gibt es diese deutlichen Signalmarkierungen allerdings nicht. Deshalb experimentieren Forscher seit einigen Jahren zunehmend mit der gentechnischen Modifikation von T-Zellen, um ihnen das Erkennen von Antigenen zu erleichtern. Den auf diese Weise hergestellten CAR-T-Zellen ist ein synthetischer Antigen-Rezeptor eingepflanzt.

    Sue Scott aber wurde damals aus einem anderen Grund zu einer Hoffnungsträgerin für Patienten mit vielfältigen Arten von Krebs. Hinrichs fand heraus, dass sich in ihrem Körper zwei Drittel der T-Zellen in ihren Attacken auf ein bestimmtes Krebsprotein konzentriert hatten. Dieses Protein mit der Bezeichnung KK-LC-1 tritt etwa auch bei einigen Formen von Brust-, Magen- und Lungenkrebs auf.

    Hinrichs gelang es, aus Scotts Körper die Gensequenz zu gewinnen, die zur Attacke auf dieses Protein führte. Diese Sequenz will er nun in Experimenten anderen Patienten injizieren, "damit ihre Zellen den Krebs auf dieselbe Weise attackieren" wie bei Scott.

    Vielversprechende Methode, jedoch keine Garantie

    Die Forscher des US-Krebsinstituts bleiben jedoch mit Prognosen vorsichtig, zur möglichen Erfolgsrate der Tests wollen sie sich nicht äußern. Vizedirektor Ronald Gress nennt den Ansatz jedoch "mit Sicherheit vielversprechend".

    Auch Sue Scott blickt diesen Experimenten mit Spannung entgegen. "Da ist etwas in mir drin, das anderen helfen wird? Das ist ziemlich aufregend", sagt sie.

    Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

    Verwendete Quellen:

    • AFP

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